Traditionsreiche Gaststätte in Halles Süden wird zu Wohnzwecken saniert

Seit Oktober 1897 war die Gastwirtschaft „Zum Rosengarten“ an der heutigen Merseburger Straße/Ecke Kasseler Straße ein überaus beliebtes Ausflugsziel. Bernhard Möller bewirtete hier viele Jahre lang tausende Hallenser und deren Gäste. Die Nutzfläche mit Veranda und Kolonaden im Garten betrug mehr als 900 Quadratmeter.

Die einstige Gastwirtschaft „Zum Rosengarten“ wird gerade saniert. Hier sollen Wohnungen entstehen.	(Foto: Gabriele Bräunig)Ein sogenannter Ausspann bot die Möglichkeit, dass Durchreisende an der alten Handelsstraße Pferde und dazugehörige Wagen dort unterbringen sowie übernachten konnten. Das Gebäude verfügte zum Teil über Fachwerk-Ausrüstung; auch Rundbogenfenster mit Jugendstil-Dekor waren zu bewundern. Bekannt war die Lokalität aber ebenso für die zauberhaften Rosen, die Frau Möller züchtete.

Ab 1935 bewirtschaftete die Familie Knaubel die Gaststätte „Zum Rosengarten“. Im selben Jahr begann laut Ammendorfer Heimatfreunden der Bau der Siedlung Rosengarten, die bis an die Merseburger Straße heranreicht. Obwohl im April 1945 von der deutschen Wehrmacht einige Brücken in der Gegend gesprengt wurden, konnte die Sprengung der Eisenbahnbrücke der Kasseler Bahn am Rosengarten verhindert werden. Dadurch entging vermutlich auch die Gastwirtschaft der Zerstörung. Zwischen 1954 und 1990 befanden sich in dem einzigartigen Bau ein Kinderheim, später eine Kinderkrippe und ein Kindergarten, deren Plätze bei den Müttern des Waggonbau Ammendorf sehr begehrt waren.

Seit dem Beginn der 1990er Jahre, nachdem die Kindertagesstätte schloss, war das Gebäude dem Verfall sowie Vandalismus preisgegeben. Wechselnde Besitzer kümmerten sich zunächst kaum um den Erhalt des traditionsreichen Hauses. Majed Habach, seit 2013 Eigentümer des Geländes, wollte Unrettbares bereits von Anfang an abreißen lassen, doch der Denkmalschutz machte ihm einen Strich durch die Rechnung. Der Teil mit dem Saal stürzte dann 2016 allerdings wegen Pilz- und Algenbefall ein. Herr Habach ließ inzwischen beide Nebengebäude abreißen – auch der Teil mit Rundturm und Jugendstilfenstern musste 2017 aus Gefahrengründen weichen.

Im Moment ist der Schriftzug „Rosengarten“ immer noch über den Fenstern der ersten Etage des zurzeit eingerüsteten Hauptgebäudes an der Merseburger Straße zu lesen. Man kann nur hoffen, dass dies so bleibt. Und es tut sich etwas an dem Objekt. Majed Habach plant, das denkmalgeschützte Kleinod zu Wohnzwecken zu sanieren. Dahinter entsteht gerade ein Neubau.

 

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