Redaktion Halle-Süd

Boccia-Feld, Graffito und Schnullerbaum

„Völkchen“ mit belebenden Ideen für den Platz der Völkerfreundschaft

Der Platz der Völkerfreundschaft in Halles Südstadt könnte solch ein schöner Ort sein! Gerade ist er wieder sehr grün, lädt zum geruhsamen Verweilen, die Plastik „Völkerfreundschaft“ von László Marton (1988) zum sinnenden Betrachten ein. Die zwei angrenzenden Hochhäuser werden zudem in diesem Jahr von der Halleschen Wohnungsgesellschaft (HWG) saniert. Dann wird das Areal einen freundlicheren Eindruck als in den Vorjahren machen. Doch irgendetwas fehlt hier: Vielleicht eine Möglichkeit zu Spiel und sportlicher Betätigung? Oder etwas Schmückendes? Ein kleines Fest? Anna Horvath-Merz vom „Familiencafé Völkchen“ (Florentiner Bogen 21) des Kinder- und Jugendhaus-Vereins hat da so einige gute Ideen parat …

Nachdem das „Völkchen“, einst in der Südpromenade 27 ansässig, sechs Jahre geschlossen hatte, öffnete es im vergangenen Jahr an unweitem Ort wieder seine Pforten – für das Frauencafé, das Elterncafé, die Eltern-Kind-Gruppe, das Angebot Kochen und kreativ sein sowie den Offenen Treff nebst Sprach-Café. Darüber hinaus finden in dem hübschen, farbenfrohen Domizil regelmäßig Bürgersprechstunden von Abgeordneten plus Flohmärkte bei Kaffee und Kuchen statt. Doch Diplom-Sozialpädagogin Anna Horvath-Merz, Leiterin des Familiencafés, genügt das nicht; sie möchte mehr Attraktivität und Leben in die Umgebung des kleinen Anbaus an dem Zehngeschosser im Florentiner Bogen bringen – gemeinsam mit den Besuchern des „Völkchens“. Ihre Ideen, die sich während eines Schwätzchens mit HWG-Vertretern nach dem Frühjahrsputz im April entwickelten, stellte sie bei der Zukunftswerkstatt Südstadt, Böllberg/Wörmlitz und Gesundbrunnen Mitte März im Hort Kinderpark dar und traf damit im Wohngebiet auf offene Ohren.

Anna Horvath-Merz, Leiterin des Familiencafés „Völkchen“. (Foto: Gabriele Bräunig)

So regt Frau Horvath-Merz beispielsweise an, den Platz der Völkerfreundschaft gemeinsam mit den hier wohnenden Familien für einen angenehmen Aufenthalt konstant sauber zu halten. Blümchen wurden bereits beim Frühjahrsputz gepflanzt. Außerdem soll rechts neben dem Gebäude eine Fläche zum Bocciaspielen entstehen. Nachdem zu Ostern zahlreiche bemalte Ostereier mehrere kleine Bäumchen am Haus zierten, stellt es sich die Sozialpädagogin ferner reizvoll vor, diese demnächst zu „Schnuller-Bäumchen“ umzufunktionieren. Das heißt, wenn Mutti, Vati und Knirps meinen, der oder die Kleine sei dem Nuckelalter entwachsen, kann man stolz den Nucki an einen dieser Bäume hängen – bis das ganze Gewächs voller bunter Sauger hängt. Mit Jugendlichen, die das Familiencafé aufsuchen, würde Anna Horvath-Merz außerdem gern noch ein cooles Graffito an der Wand am Treppenaufgang anbringen. Und natürlich sind diese Ideen für einen liebenswerteren Aufenthaltsort am Florentiner Bogen auch noch ausbaufähig. Deshalb freut sich die Leiterin des „Völkchens“ über weitere Besucher des Familiencafés sowie Anwohner des Platzes, die sich gern einbringen möchten.

Hintergrund der Pläne von Anna Horvath-Merz ist der Gedanke: „Mit welchen Aktionen erreiche ich noch mehr die Menschen, die hier leben? Wie kann ich sie zusammenbringen, damit sie gemeinsam etwas Schönes gestalten?“

Unterstützung für ihre Vorschläge, um den Platz der Völkerfreundschaft zu einem erfreulicheren Anblick zu gestalten, findet Frau Horvath-Merz auf jeden Fall sowohl beim Quartiersmanagement Süd als auch bei der HWG. Doch für das Graffito sind noch Absprachen notwendig. Und man müsse zunächst die Sanierungsarbeiten an den beiden Blocks am Florentiner Bogen durch die HWG abwarten. Dann könne man Konkretes für das Umfeld planen, so die engagierte Leiterin des „Völkchens“. Vielleicht könne man ja die Ergebnisse der Neugestaltung des Platzes auch mit einem kleinen Fest – gemeinsam mit HWG und Quartiersmanagement – krönen.