Editorial

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Liebe Leserinnen und Leser,
es soll regionale Tageszeitungen geben, deren Chefredaktionen wohl der Meinung sind, es sei „nicht sexy genug“, über offene Kinder- und Jugendarbeit zu berichten – es sei denn, verlagseigene Vereine unterstützen einzelne Projekte.

Gabriele Bräunig
Gabriele Bräunig

Wir sind da ganz anderer Ansicht. Denn uns ist sehr wohl bewusst, dass Kinder und Jugendliche ohne solche Vereine und Einrichtungen wie den Waldorf-Jugendtreff, das Kinder- und Jugendhaus oder den „Blauen Elefanten“ des Deutschen Kinderschutzbundes, im halleschen Süden nach der Schule oft nur vor dem Fernseher oder Computer sitzen, ziellos umherirren – und vielleicht Dummheiten begehen würden. Darüber hinaus finden sich manche Kids in den Jugendtreffs schon alleine deshalb nachmittags ein, um endlich einmal etwas zu essen können.

Aus diesem Grund werden wir nicht müde, die zu würdigen, die jungen Menschen nachmittags ein zweites Zuhause geben, sinnvolle und bildungsreiche Freizeitbeschäftigungen anbieten sowie Aufgaben übernehmen, für die eigentlich die Elternhäuser zuständig sind. Und: Ohne diese Vereine, sozio-kulturellen beziehungsweise karitativen Einrichtungen mit ihren unzähligen ehrenamtlichen Unterstützern plus privaten wie wirtschaftlichen Spendern wäre ein funktionierendes Gemeinwesen inklusive unser gesellschaftlicher Zusammenhalt überhaupt nicht denkbar. Allen voran sei in diesem Zusammenhang das Wirken der Freiwilligen-Agentur genannt.

Lesen Sie deshalb auch in dieser Ausgabe, wie sich neben den oben genannten Einrichtungen unter anderem die Caritas, der Förderverein der Grundschule Radewell oder auch ehrenamtlich Engagierte Tag für Tag um die junge beziehungsweise ältere Generation sowie sozial benachteiligte Menschen in den südlichen Stadtteilen kümmern. So wie Emely Gensler, die einmal in der Woche eine alte Dame besucht, damit diese nicht einsam ist, jemanden zum Erzählen über ihre ganz persönliche Geschichte sowie Hilfe beim Einkaufen hat und auch mal bei einem Spaziergang an die frische Luft kommt.

Gern haben wir für Sie aber auch wieder einen lesenswerten Beitrag zur Geschichte der Böllberger Kirche sowie über einen ambitionierten Innenarchitekten, der Wohnungen, Gemeinschaftsräume und Flure für Menschen mit Demenz konzipiert, in das Heft mit aufgenommen. Viel Spaß beim Lesen – und schon einmal frohe Weihnachten sowie ein zufriedenes Jahr 2020.