Redaktion Halle-Süd

Ein Vierteljahrhundert „Anwalt der Kinder“

„Kinder- und Jugendhaus“: Projekte nicht nur in Halles Süden bekannt

Bereits Ende August beging der Verein Kinder- und Jugendhaus (Züricher Straße 14) sein 25-jähriges Bestehen. Als wichtigste Aufgabe sieht es das Team aus Erziehern, Sozialarbeitern sowie Freiwilligen an, sich als „Anwalt der Kinder“ für deren Interessen und Belange einzusetzen. Gäste der Einrichtung, in der man sich nach dem Unterricht sinnvoll beschäftigen, aber ebenso zu Problemen in Alltag, Schule oder zum Berufsstart beraten lassen kann, sind neben den Kindern und Jugendlichen aus dem südlichen Halle gleichermaßen deren Eltern, Großeltern, Geschwister und Nachbarn.

Viele Projekte zum demokratischen Miteinander, zur Förderung von Familien, zur Integration und Inklusion oder gegen Schulabbruch, darüber hinaus das jährliche beliebte Pestalozziparkfest haben den Verein auch über die Grenzen des halleschen Südens hinaus bekannt gemacht.

Über die Jahre hinweg hat der freie Träger der Jugendhilfe nach eigenen Aussagen zahlreiche gute Partner gefunden wie mehrere Millionen Euro an Förder- und Projektmitteln akquiriert. Zum Verein Kinder- und Jugendhaus, der aus einer Initiative von 13 Pädagogen und Eltern heraus entstand, gehören neben seinem offenen Kinder- und Jugendbereich somit seit vielen Jahren außer dem Familiencafé „Völkchen“ ebenfalls die Kitas „Sonnenhaus“ mit Eltern-Kind-Zentrum und „Wirbelwind“, überdies der Hort „Kinderpark“. Und zwischen den Jahren 1998 und 2000 konnte fast das gesamte Objekt in der Züricher Straße durch eine finanzielle Förderung sowie das Engagement von Mitarbeitern, Eltern und Jugendlichen saniert werden.

Im Jahr 2008 gründete der Verein Kinder- und Jugendhaus (KJH) zum Internationalen Tag der Armut zudem einen „Mobilen Aktionsfonds“ für Kinder und Jugendliche aus Niedriglohn-Familien, da diese oftmals nicht am gesellschaftlichen und kulturellen Leben teilnehmen können – unter anderem nicht an Hort- oder Klassenfahrten, Ausflügen, Koch- und Backkursen zum Thema gesunde Ernährung, an Theater-, Zoo- oder Kinobesuchen, Sport- und außerschulischen Bildungsangeboten. Deshalb hat der Verein, gemeinsam mit ortsansässigen kleinen, mittelständischen Unternehmen sowie Familien, denen es besser geht, schon zahlreichen Kindern geholfen, indem die Gebühren für den Sportverein übernommen oder die eine oder andere Ferienfahrt mitfinanziert wurde. Der „Mobile Aktionsfonds“ soll so die Lebensqualität von sozial benachteiligten Kindern und Jugendlichen sowie Menschen in sozialen Problemlagen verbessern, aber gleichermaßen deren Eigeninitiative fördern.

Ab 2011 erweiterte der Träger der Jugendhilfe seine Leistungen durch das Arbeitsfeld „ambulante Hilfen zur Erziehung“. 2014 wurde eine Tagesgruppe (teilstationäre Hilfen) mit einer Kapazität für zehn Kinder aufgebaut.

Ehrenamtliche Mitarbeiter sind in vielen Bereichen des Hauses stets gern gesehen. Im „Völkchen“ hat sich außerdem im Oktober ein kleiner Chor neu gegründet. Weitere Sangesfreudige können sich bei Anna Horvath-Merz unter Telefon 0345/68133701 oder direkt im Florentiner Bogen 21 melden.