Mehr Erholung, Sport und Kultur am und auf dem Fluss

Zukunftswerkstatt: Abgeschlossene Projekte und Pläne der Stadt im Süden

Bereits Mitte September lud die Stadtverwaltung interessierte Bürger zur ersten Zukunftswerkstatt Saaletourismus in die Saline ein. Hier wurde resümiert, was bereits im Rahmen des Programms „ISEK 2025 – Stadt am Fluss“ und mit Hilfe vor allem von Fluthilfe- und anderen Fördergeldern in der Saalestadt an Tourismusmaßnahmen zwischen 2014 und 2019 umgesetzt wurde und was bis 2022 noch geplant ist. Was hat sich in Halles Süden getan, und welche weitere Vorhaben gibt es hier?

Zu Beginn der Zukunftswerkstatt stellte Simone Trettin, Teamleiterin Freiraumplanung der Stadt, die konzeptionellen Grundlagen für das Saaletourismus-Konzept vor, die da wären: das Wassertourismuskonzept, das Freiraum- und Wegekonzept sowie „ISEK 2025 – Stadt am Fluss“. Bezüglich des südlichen Radwegenetzausbaus der vergangenen fünf Jahre erwähnte Frau Trettin unter anderem die neuen Pfade für Radler am Holzplatz, an den Pulverweiden und auf der Rabeninsel. Darüber hinaus wurde die Wilde Saale für Paddelboote geöffnet – was bei Naturschützern umstritten ist. Mit den Saaleradwanderwegen in Neuragoczy/Lettin und an der Talstraße kamen dabei Gesamtkosten in Höhe von 2,5 Millionen Euro zusammen.

Als aktuelles Schwerpunktthema im Saaletourismuskonzept der Stadt kristallisiert sich ein Schlagwort heraus: „Entschleunigendes Halle“. Erreichen will man dies durch Maßnahmen, die einerseits zur Erholung und andererseits zu sportlichen Aktivitäten sowie für kulturelle Veranstaltungen in attraktivem Grün beitragen, kombiniert mit kurzen Wegen zu Erlebnissen im Zentrum oder im Zoo. Mark Lange, Geschäftsführer der Stadtmarketing GmbH, verweist weiterhin auf eine Umfrage, die zum Ergebnis hatte, dass Nichtbesucher von Halle die Stadt zu 70 Prozent mit der Saale in Verbindung brächten. Dementsprechend müsse die touristische Infrastruktur auf und am Fluss auch in Zukunft ausgebaut werden, um noch mehr Gäste von außerhalb anzuziehen.

Neben der Entwicklung der wassertouristischen Infrastruktur für Flussschiffskreuzfahrten plus der sanften Schiffbarmachung der Saale-Nebenarme müsste man beispielsweise mehr Wassersportarten wie Wasserski, Wakeboard und Stand Up Paddeling, geführte Rundfahrten oder innovative Übernachtungsmöglichkeiten am und auf dem Fluss anbieten; ebenso Hausboote, Salon-Boote oder Gondeln von externen Anbietern zulassen. Auch das Thema „Wasser und Kultur“ werde man intensiver in den Fokus rücken.

Für all dies seien unter anderem der Neubau von Brücken, eine Anpassung der Schleusenzeiten, der fortlaufende Ausbau der Saalewander- und -radwanderwege mit verbesserter Beschilderung (Elster-Rad-Wanderweg) und die Identifizierung weiterer Ufer- und Wasserflächen zur touristischen Nutzung nötig, so Halles Tourismus-Chef. Zur Erhöhung der Aufenthaltsqualität an der Saale gehörten zudem mehr Strandbereiche, Themenspielplätze, Verweil- und Sitzmöglichkeiten, Serviceeinrichtungen für den Bootstourismus nebst dazugehörigen Ladestationen sowie eine Ausweitung der Gastronomie. Eine stärkere Vernetzung mit der Region, zum Beispiel Richtung Merseburg, sei ebenso unabdingbar.

Was hat die Stadtverwaltung bis 2022 nun konkret für den halleschen Süden geplant? Auch wenn die meisten der Saaletourismus-Ausbaupläne vorwiegend für den halleschen Norden und Westen sowie für das Zentrum angedacht sind, so benennt Simone Trettin die weitere Sanierung der Saaleradwanderwege aus Fluthilfemitteln an den Pulverweiden und auf der Rabeninsel bis Frühjahr 2021 für 827.000 Euro oder am Böllberger Weg bis Ende 2021 für über 1,7 Millionen Euro als wichtige Vorhaben der Stadtverwaltung. Aus Mitteln der GRW-Förderung „Verbesserung der Regionalen Wirtschaftsstruktur“ sollen zugleich bis Ende 2021 beziehungsweise Ende 2022 Sanierungs- und Neubaumaßnahmen in Bezug auf touristische Wege an der Regensburger Straße, der Delphinstraße, am Hohen Ufer, an der Kaiserslauterer Straße, am Böllberger Ufer sowie am Holzplatz/Mansfelder Straße umgesetzt werden. Gesamtkosten: Knapp 4,7 Millionen Euro.

Ein weiteres, allseits interessierendes Thema an diesem Abend war die Fertigstellung des Planetariums. Man liege mit den Baumaßnahmen im Plan; die Fertigstellung sei für Mitte 2021 geplant, so Dirk Schlesier, Leiter des Planetariums. Und von den Besuchern der ersten Zukunftswerkstatt Saaletourismus wurde gemeinhin anerkannt, dass dem Begriff „Stadt am Fluss“ durch die Vorhaben bis 2022 nun noch mehr Leben eingehaucht werde. Die Stadtverwaltung müsse jedoch aufgrund einiger derzeit gesperrter Saalebrücken gut ausgeschilderte Umwege für die Radfahrer ausweisen und solle auch die historische Straßenbahn stärker in die touristischen Aktionen einbinden.