„Tatüte“ so schnell wie die Feuerwehr

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    Projekt des DKSB versorgt Schüler auf der Silberhöhe mit gesundem Frühstück

    So schnell wie die Feuerwehr sollen lecker belegte Mischbrote jeden Mittwoch und Freitag bei den Schülern der „Grundschule Silberwald“ sowie der „Förderschule Janusz Korczak“ in der Silberhöhe sein. Denn die Mädchen und Jungen warten in der ersten Hofpause immer schon freudig auf die köstlichen „Tatüten“. Beatrice Wilhelm vom gleichnamigen E Center in der Weißenfelser Straße 52 spendiert frisch Brot, Käse, Wurst, Salat, Gurke plus pausbackige Äpfelchen. Und Mitarbeiter des „Blauen Elefanten“ schmieren fleißig die bekömmlichen Schnitten. Zu Beginn der Testphase vor den Sommerferien waren dann mal ganz schnell 100 „Tatüten“ in zwölf Minuten vergriffen.

    Der „Blaue Elefant“ des Deutschen Kinderschutzbundes (Anhalter Platz 1) ist für viele Kinder und Jugendliche aus dem südlichen Stadtteil ein zweites Zuhause geworden. Im offenen Bereich können sie nachmittags an vielfältigen Freizeitaktivitäten teilnehmen, zudem gibt es regelmäßig interessante Veranstaltungen, Projekttage und Ferienunternehmungen.

    Oliver Kuhn leitet im Haus beispielsweise seit einiger Zeit ehrenamtlich einen gut besuchten Gitarrenkurs. Er stellte allerdings schnell fest, dass manche Kids nur in den offenen Kindertreff kommen, um endlich mal etwas essen zu können.
    Auch den anderen Mitarbeitern war dieser Umstand längst bekannt. Und von den Schulleitern der Silberhöhe bekommt man immer mal wieder zu hören, dass viele Schüler bereits früh hungrig zur ersten Stunde kämen. Daraus erwuchs bei Herrn Kuhn die Idee, zunächst an zwei Tagen pro Schulwoche an zwei Schulen in einer Hofpause kostenlos belegte Brote zu verteilen. Gemeinsam mit den Schulsozialarbeitern der Einrichtung erfragte er den Bedarf an den beiden oben genannten Schulen und stieß dort auf großes Interesse an dem Projekt „Tatüte“. E Center-Chefin Beatrice Wilhelm, die seit vielen Jahren den „Blauen Elefanten“ unterstützt, überlegte ebenfalls nicht lange und stellte gleich für‘s erste Jahr 500 Euro monatlich in Form von frischen Lebensmitteln bereit. Der Verein „Wir helfen“ fördert die Aktion außerdem.

    Seit dem neuen Schuljahr werden nun jeden Mittwoch- und Freitagmorgen kurz nach 7 Uhr durch Andrea Männel und Christine Denkewitz, Teilnehmerinnen einer Jobcenter-Maßnahme, sowie abwechselnd zwei Mitarbeiter des „Blauen Elefanten“ liebevoll in der Lehrküche der Korczak-Schule 120 bis 140 Schnitten innerhalb einer einzigen Stunde geschmiert und verpackt. Die frischen vorgeschnitten Äpfel kommen bei den Mädchen und Jungen natürlich ebenfalls gut an. Überhaupt finden alle Kinder und Jugendlichen die wohlschmeckenden und gesunden Schulbrottüten richtig toll. Oliver Kuhn: „Jeder Schüler kann zur Ausgabestelle auf dem Schulhof, bei schlechtem Wetter im Schulgebäude, kommen – egal, ob er etwas zum Essen mit hat oder nicht. Wir weisen niemanden ab. Überdies bieten wir die Wurstschnitten mit und ohne Schweinefleisch an.“

    Kurz vor dem Ansturm der Schulkinder auf die leckeren Schnittchen. In der Mitte: Andrea Männel und Christine Denkewitz. Links: Projektleiter Oliver Kuhn. (Foto: Gabriele Bräunig)
    Kurz vor dem Ansturm der Schulkinder auf die leckeren Schnittchen. In der Mitte: Andrea Männel und Christine Denkewitz. Links: Projektleiter Oliver Kuhn. (Foto: Gabriele Bräunig)

    Um dem Projektnamen „Tatüte“ vollends gerecht werden zu können, warten die DKSB-Mitarbeiter sowie die Kinder und Jugendlichen jetzt auf den ersehnten knallroten Transporter, der das nahrhafte Frühstück dann noch schneller auf die Pausenhöfe bringen soll. Zudem plant Oliver Kuhn, der beim DKSB inzwischen fest angestellt ist, das Angebot durch das Auto auf drei Tage wöchentlich sowie auf die Grundschule Hanoier Straße ausweiten zu können. Denn hier würden auch dringend rund 60 appetitliche Schnittenpäckchen benötigt. Trinkbrunnen mit frischem Wasser für die Schüler schweben dem engagierten Mitarbeiter gleichfalls für die Zukunft vor. „Wir machen das alles Schritt für Schritt – so, wie wir es entsprechend unseren Kräften und der dankenswerten Unterstützung unserer Partner leisten können“, schaut er optimistisch nach vorn. Und Beatrice Wilhelm vom E Center hat auch schon begeistert zugesagt, die zeitliche wie räumliche Ausweitung des Projekts zu unterstützen.