„Wir haben uns richtig gut gefühlt!“

Kinder der „Frechen Maus“ entwarfen ihren Lieblingsspielplatz für Lettin

Lettin blüht auf. Denn seit Jahren ziehen wieder verstärkt junge Familien in den ruhigen, ländlichen Stadtteil von Halle. Was allerdings fehlt, ist ein Spielplatz für die Kinder, die junges Leben nun einmal so mit sich bringt. Die Bürgerinitiative Lettin/Heide-Nord/Blumenau (BI) bemüht sich seit langer Zeit um solch einen Platz zum Klettern, Buddeln und Toben. Nun bewegt sich langsam etwas. Deshalb hat die BI die kleinen Besucher der Tagesgruppe „Freche Maus“ vom Trägerwerk Soziale Dienste (Aalweg 15) gebeten, Ideen für ihren Lieblingsspielplatz zu entwickeln. Diese sollen dann in die Umsetzung des künftigen Spielparadieses einfließen.

Felix (9 Jahre), Celina (6), Kim-Oliver (8), Leon (8) und Pascal (11) haben in den Sommerferien heftig überlegt, fleißig Bilder gemalt und hingebungsvoll gebastelt. Und zwar zwei Modelle, auf denen sie Kletterrutsche, Trampolins, Baumhaus, Pool sowie Kletterwände platziert haben. Und natürlich sollte die Rutsche am besten gleich in das Bassin übergehen. Das wäre ein Spaß! Auch ein Fußballfeld würde den Kids gefallen und ein Sandkasten für die ganz Kleinen. Auf einem der beiden Modelle entdeckt man sogar mehrere echte Muscheln, die als Sitzgelegenheiten gedacht sind.

Die Entwürfe wurden aus Polysterol, Stoff, Holz-Bausteinen, Papp-Rohren, Zahnstochern sowie Plaste-Trinkstäbchen hergestellt. Die Ideen für die Spielgeräte stammen von Besuchen der Mädchen und Jungen am Heidesee, am Wasserspielplatz in Heide-Süd und im „KieZ Feuerkuppe“ in Sondershausen. Beide Modelle stehen seit Wochen zum Begutachten im Schaufenster des ehemaligen „Schlecker“-Geschäftes in der Heideringpassage. Und die Kids sind natürlich sehr stolz darauf. Denn sie haben sich „richtig gut dabei gefühlt“, meint Leon, selbst einen Spielplatz mit ihren Lieblings-Elementen zu entwerfen – den andere Kinder einmal nutzen werden.

Von der BI gab es natürlich großes Lob für das Engagement der Kinder, als Katja Mattig, die Leiterin der Integrativen Sozialpädagogischen Tagesgruppe „Freche Maus“, die Spielplatz-Modelle während der BI-Sitzung im August vorstellte. Der Vorsitzende Stefan Schneider hat die Ideen inzwischen geprüft und Trampolin, Kletterwand, Sandkasten – plus zusätzlich zwei Feder-Wipp-Tiere – in die engere Auswahl gezogen. Kostenpunkt: Rund 12.000 bis 15.000 Euro. Ende Oktober, kurz vor Redaktionsschluss des „Treffpunkt Stadtteil – Halle West/Heide“, wartete die Bürgerinitiative nun darauf, dass die Stadtverwaltung den Standort Inselstraße genehmigt. Als nächster Schritt stehen dann die präzisierte Finanzkalkulation des Projekts wie auch Gespräche mit potenziellen Unterstützern auf der Tagesordnung. Und sobald die Planungsphase in die Endrunde gehe, so die BI, werde es für die Anwohner eine Bürgerversammlung geben.

Die kleinen Spielplatz-Projektanten hoffen nun, dass ihr Lieblingsspielplatz im nächsten Jahr gebaut wird, um die Kinder von Lettin zu erfreuen. Aber auch sie selbst haben sich ganz fest vorgenommen, ihren Spielplatz regelmäßig zu besuchen.