Zu Besuch bei Nieto von der Eiche

Neuer Spielplatz am Heidesee – Initiative vom Heimatverein Nietleben – Erweiterung geplant

Seit kurzem können sich Familien mit Kindern noch besser im Landschaftsschutzgebiet um den Heidesee in Nietleben erholen. Am Naturdenkmal „Alte Eiche“ gibt es jetzt einen Spielplatz. Vom Heidebad aus ist er zu Fuß zu erreichen; immer rechts halten, dann kommt er irgendwann in Sicht. Allerdings ist dieser Weg eher durchsetzungsfähigen Eltern vorbehalten, die ein vielfaches „Kannst du mich traaagen?“ ihrer Sprösslinge nicht erschüttert.

Die anderen nehmen den Bus oder die S-Bahn bis Nietleben oder gleich das Auto, biegen, von der Heidestraße kommend, in den Weg „Am Heidesee“ ein und lassen sich auf den Parkplatz rollen. Sie werden staunen, wie munter der Nachwuchs dann plötzlich zum Spielplatz rennen und die Spielgeräte in Beschlag nehmen kann: Die Drehscheibe, auf deren mittigem Pfahl ein hölzerner Uhu thront; die Wippe, deren Haltegriffe an Insektenfühler erinnern; die Schaukelschnecke, auf der am besten Kinder platziert werden, denen Kleidergröße 98 noch zu groß ist, und schließlich die beiden Schaukeln. Auf einer findet ein einzelnes Kind Platz, auf der anderen mehrere, und oben auf dem Querbalken – nanu? „Ist das eine echte Katze?“ „Nein, die ist aus Holz.“ „Aber sie sieht aus wie echt!“ „Das stimmt.“ „Wie heißt sie?“ Hm… Anruf bei Ines Menzel vom Nietlebener Heimatverein. „Das ist Nieto von der Eiche“, erklärt sie. Zumindest sei das ein Namensvorschlag. Ob der Holzkater jemals offiziell so heißen wird, ist offen: „Eine Sektflasche hat er jedenfalls noch nicht auf den Kopf gekriegt.“

Praxistest des neuen Waldspielplatzes „bestanden“. (Foto: Barbara Mann)

Nicht, dass am Ende der Kater zerbricht und die Flasche heil bleibt. Denn die Leute vom Heimatverein hoffen sehr, dass nichts zerstört wird. Lange genug haben sie sich um den Spielplatz bemüht. Eine steinerne Tischtennisplatte etwas abseits erinnert daran, dass es an der Eiche bereits einmal einen Spielplatz gab. Der aber ist vor Jahren ab- und nicht wieder aufgebaut worden. Also setzte sich der Verein um seinen Vorsitzenden Andreas Leopold bei der Stadtverwaltung für einen neuen ein. Die Spielgeräte wurden gebaut, der Platz war da – aber niemand, der sie aufstellen konnte. Die Firma, die diese Arbeiten übernehmen wollte, musste erst ihre eigenen Aufträge erfüllen, und vor 2018 wäre sie kaum damit fertig geworden. Doch dass Wunder etwas länger dauern, heißt nicht, dass sie nicht geschehen. Bei der Stadt fand sich letztlich doch eine Möglichkeit zum Aufbau – Ende Oktober 2017 war die feierliche Eröffnung, und der Heimatverein hat die Patenschaft übernommen.

Auf Initiative des Nietlebener Heimatvereins ist dieser Spielplatz in unmittelbarer Nähe des Heidesees entstanden, der in absehbarer Zeit auch noch erweitert werden soll. (Foto: Frank Schumann)

Und weil ein erreichtes Ziel offenbar dazu dient, sich ein neues zu setzen, soll der Spielplatz noch bis an den nahegelegenen Sandberg erweitert werden. „Mal sehen, was uns dazu einfällt“, meint Ines Menzel. Müllbehälter werden auf jeden Fall aufgestellt. Dann kann der Sandberg, der nicht nur so heißt, sondern auch einer ist, mit seinen knorrigen Baumwurzeln weiter ohne lästigen Unrat im Winter als Rodelbahn und im Sommer als Mondlandschaft, Wüste oder Gespensterwald dienen. Es ist herrlich, dass Kinder an derlei Orte reisen können, ohne sich einen Schritt aus Halle hinauszubewegen. Und wunderbar, dass es Menschen wie die vom Nietlebener Heimatverein gibt, die das nicht vergessen haben.